Es ist eigentlich sehr müßig, sich über Konzertgänger aufzuregen, denn es ist ja immer das Gleiche: Wenn der Club klein ist, dann fallen die Deppen mehr auf; bei einem großen Saal versammeln sich prozentual noch mehr Idioten auf einem Fleck. Und wenn man denkt, dass zur großartigen Lieblingsband auch andere Musikliebende, aufmerksame, begeisterte Menschen gehen, dann sollte man das Denken beim nächsten Mal besser bleiben lassen, um sich nicht jedes Mal eines besseren belehren lassen zu müssen.
Nun ist es nicht so, dass es The Black Keys erst seit gestern gibt und das aktuelle Album „El Camino“ ist schon das siebente. Allerdings wurde die Hypemaschine erst gestern angeschmissen, sodass die Amerikaner in den letzten Monaten diverse Musikzeitschriftencover zierten, wahlweise Album der Woche oder des Monats waren und die erste Single-Auskopplung „Lonely Boy“ trotz des Blues-Gerüsts so tanzbar ist, dass plötzlich jeder Dan Auerbach und Patrick Carney supitoll findet. Für die beiden Amerikaner ist das wünschenswert, denn noch bis zu ihrem sechsten Album „Brothers“, Auerbachs Soloplatte und seinem „Blakroc“-Projekt ließ der Erfolg ziemlich lange auf sich warten. Denn der schwere, rohe, von Junior Kimbrough und R.L. Burnside inspirierte Blues-Rock ist eher nicht für den Mainstream gedacht und kam bis „Brothers“, das man für The-Black-Keys-Verhältnisse fast als soft bezeichnen könnte, auch nicht dort an.
Nachdem das für Anfang 2011 geplante Konzert abgesagt wurde, gab es recht schnell einen neuen Termin für den 28.1.2012 in der Arena. Allein über die Wahl des Venues ließe sich lange und breit aufregen, denn in der Arena klingt bei der Akustik einfach jede Band scheiße und wie zu erwarten war, verhallte der reduzierte Sound von Auerbach und Carney, die sonst zu zweit auf der Bühne stehen, irgendwo zwischen Boxen und fünfter Reihe. Zudem stehen die Black Keys, zumindest für mich, für alles andere als Stadionatmosphäre und große Pose. Genauso wie zum Beispiel Wolfmother nicht in einen kleinen Club passen, passen die Black Keys nicht auf eine große Bühne. Da fehlt das Rohe, Dreckige, das Gefühl, dass sie nicht Musik für Millionen machen, sondern für sich. Besonders bei einem Publikum, das eben nur „Lonely Boy“ kennt und ansonsten mit Stock im Arsch und Händen in den Hosentaschen vor der Bühne steht und nicht einen Ton rausbekommt, weil es Lieder wie „Psychotic Girl“, „Your Touch“ oder „Girl Is On My Mind“ nicht kennt. Ein Publikum, das den Fans den Weg zur Bühne versperrt, sich darüber aufregt, wenn man Spaß haben und tanzen will und vielleicht auch was hören möchte bei einem Konzert. Leute, die denken, dass sie auf einem Konzert einen Platz für sich reserviert haben, nur weil sie als erstes irgendwo standen, haben den Schuss wohl nicht gehört. Wir sind hier nicht im Pool-Urlaub auf Mallorca! Und warum verstehen diese Menschen eigentlich nicht, dass ihr dummes Im-Takt-Geklatsche nicht Teil des Liedes ist?!
Wirlich schade ist, dass die Black Keys ein fantastisches Konzert vor einem lahmen Publikum gespielt haben, dass zum großen Teil überhaupt keine Ahnung von der Musik hatte. Da kann man’s dann auch gleich mit dem Konzert-Gehen bleiben lassen.
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Ich habe „Dame, König, As, Spion“ mittlerweile vier Mal geschaut und er wird einfach immer besser. Das kann natürlich auch daran liegen, dass man die Story am Anfang nur bedingt versteht, wenn man das Buch von John le Carré um den alternden Spion George Smiley, der aus dem Ruhestand rekrutiert wird, um einen Spion an der Spitze des britischen Geheimdienstes zu enttarnen, nicht gelesen hat, denn das ist schon kompliziert genug, man also bei jedem Schauen mehr Details entdeckt und Zusammenhänge versteht und wenn man, wie ich, das Buch zumindest bis zur Hälfte gelesen hat, dann plötzlich feststellt, wie grandios eigentlich Regisseur Tomas Alfredson und die Autoren Bridget O’Connor und Peter Straughan das Buch, das mal in den 70ern als eine siebenteilige (!) BBC-Serie verfilmt wurde, in einen zweistündigen Film gepackt haben – dann macht Kino einfach unglaublich viel Spaß, weil man jedes einzelne Detail gesehen haben möchte, sich jedes Mal wieder über den Soundtrack freut, wie die Schlussszene perfekt zu Julio Iglesias „La Mer“ inszeniert ist und wie sehr Gary Oldman die Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller verdient hat.
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Tags:Bridget O'Connor, Dame König As Spion, Gary Oldman, John le Carré, Peter Straughan, Tinker Taylor Soldier Spy, Tomas Alfredson
Some kind of fucking supernova
Musik, die alles sagt, die weh tut, überall.
(Wer den Player nicht sieht, sollte seine Flash-Einstellungen überprüfen)
Weiterhören auf der Seite von Gorgeous Bully und Art Is Hard Records.
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Tags:Art Is Hard Records, Gorgeous Bully, Plymouth, The Young Obese, Who Do You Think You Are
Weekender (13)
Wochenende mit Gang Gang Dance und „Mindkilla“
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Tags:Gang Gang Dance, Mindkilla
Charlotte Gainsbourgs neues, tolles Doppel-Album „Stage Whisper“ ist „Album der Woche“ bei detektor.fm geworden – und ich durfte die Rezension dazu verfassen. Leider aber nur schreiben und nicht einsprechen, weil detektor.fm noch immer in Leipzig sitzt und ich in Berlin (Note to self: Aufnahmegerät anschaffen!). Die Rezension ist aber natürlich erwartungsgemäß wieder eine sehr schöne geworden, weshalb ich mich hiermit bei meinen lieben Kollegen für die besser als vorgabengetreue Umsetzung bedanken möchte.
Albumrezension: Charlotte Gainsbourg – Stage Whisper
(Klicken, öffnen, schwelgen)
Wer lieber lesen als hören möchte, der kann sich bei detektor.fm auch am geschriebenen Wort ergötzen. Viel Spaß!
Mein Lieblingslied vom ersten Teil des Albums: Paradisco.
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Tags:Charlotte Gainsbourg, detektor.fm, Stage Whisper
Wahrheit oder Pflicht (2)
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