Why is it so hard to make you smile?

“Shoe gazers in blazers
Introduce you to razors, so that
The Wilson twins- they can see you
In all your glory, in all your glory”
(Have you no pride, The Donnas)

Irgendwann kommt alles wieder. Kennt man ja. Findet man in den meisten Fällen abwechselnd doof oder überflüssig. Reunions zum Beispiel oder die aber wirklich allerletzten Tourneen dahinsiechender Bands. Manchmal können solche Comebacks allerdings überaus erfreuen, gar euphorisch machen, wie die Rückkehr des Shoegaze. In der 80er Jahren standen Bands wie Spacemen 3, My Bloody Valentine oder The Jesus and Mary Chain für dichte, sphärische Gitarrenwände mit verzerrtem Synthesizer und verschiedensten Klangeffekten, unterlegt mit melancholisch-schwermütigen Texten. Heute erwecken andere Bands eine der melodischsten, experimentellsten Musikrichtungen wieder zu Leben.

Die Schwermütigkeit hört man schon in der Stimme von Brad Hargett, dem Sänger der Crystal Stilts aus New York. Bis hin zur Nuscheligkeit verzieht er die Wörter, Freude am Singen könnte man das wohl nicht nennen. Soll wohl so sein, unterstützt nur die Melancholie. Dafür ist die Freude beim Hören des Debuts Alight of Night umso größer. Feuerwerke an Atmosphären, Klängen, Szenen, Bildern, Friedhöfen auch manchmal, und dreckigen, ekstatischen Nächten. “Graveyard Orbit” würde perfekt in einen Quentin Tarantino Film passen. Wie es immer ist, sollte man auch diese Platte mit Kopfhörern laut und mit Bier in der Nähe genießen.

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The Pains of Being Pure at Heart sind da schon etwas weicher beseitet, singen von jugendlicher Schwerelosigkeit, verlorener Liebesmüh auf ihrem selbstbetitelten Album und erinnern vom Sound her doch eher an das Debut von My Bloody Valentine Isn´t Anything. Noise Pop könnte man das ganze auch nennen oder fröhlichen Shoegaze, wie auch immer… am Donnerstag spielen sie im Berliner NBI, am 6. August in Leipzig. Sollte man sich nicht entgehen lassen.

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Die New Yorker Band Asobi Seksu gibt es dagegen schon etwas länger. Ihr zweites Album “Citrus” aus dem Jahr 2006 übertrifft das hoch beachtete selbstbetitelte Debut jedoch nochmal um Längen. Die Stimme der Sängerin Yuki Chikudate ist einfach betörend, “verspielter Sex”, so die Überstzung des Bandnamens, trifft die Musik dann auch wohl am Besten. Verzerrt, verstärkt, verspielt, ekstatische und euphorische Klangschichten. Und dann immer wieder diese Stimme…

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The Early Days aus Schweden erinnern wiederum mehr an das Shoegaze-Klischee: verzweifelt die eigenen Schuhe anstarrend und dabei trübsinnige, schnörkellose Musik zaubernd. Ob die Schweden live überzeugen, kann man morgen im Bang Bang Club in Berlin nachhören.

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Aus Stuttgart kommt wohl die unbekannteste Band aus der Reihe. Wenn man Vagabond Stories live spielen sieht und hört, fühlt man sich direkt in die 80er zurück versetzt. Sie folgen den Wurzeln von The Jesus and Mary Chain oder Velvet Underground, etwas ruhiger zwar, wohl aber genauso eingängig. Die dichten, sphärischen Soundstrukturen sind durchdrungen von der klaren Stimme der Sängerin. Endlich mal eine deutsche Band, die sich nicht auf austauschbaren Indiepop spezialisiert hat.

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Mehr Shoegaze bitte.

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