Monat: Februar 2010

I can´t wait, can´t wait, can´t wait, can´t wait…

Felix Schwenzel darüber was Talent mit Geduld zu tun hat. Und wenn ich über meine eigene Ungeduld nachdenke, wird mir so einiges klar.

was es tatsächlich gibt ist leidenschaft. und wer leidenschaft für etwas empfindet, hat damit auch geduld. und geduld ist der schlüssel. oder genauer, leidenschaft ist der schlüssel zur geduld, der die tür zu dem, was als talent erscheint, öffnet.

Oder wie die Sterne singen:

Es betrifft mich keine Schuld, ich bin genauso viel Geduld, wie wenig.

Die glorreichen Sieben (2)

(in unsortierter Reihenfolge)

1. Männer, die auf Ziegen starren (2009): Jeff Bridges, George Clooney und Kevin Spacey sind Teil einer Spezialeinheit der US-Armee in der 1960er bis 80er Jahre, die sich selber Jedi-Krieger nennen und durch Wände gehen, unsichtbar werden, Wolken zerplatzen lassen und Tiere durch anstarren töten einen Krieg gewinnen wollen. Selbstironischerweise spielt Ewan McGregor den Reporter, der das Ganze aufdeckt, und zum Schluss selber zum Jedi-Krieger wird.

2. Sherlock Holmes (2009): Ich bin seit langem ein großer Fan von Guy Ritchie und finde seine Verfilmung des Arthur Conan Doyle Klassikers fast noch besser, als seinen letzten Film “Rock´n´Rolla”, den er zwar selbst schrieb (im Gegensatz zu Sherlock Holmes), der mir aber insgesamt zu nah an “Snatch” und “Lock, Stock and Two Smoking Barrels” dran ist. Sherlock Holmes jedenfalls ist wieder ein typischer Guy Ritchie: harte Kerle, markige Sprüche, Frauen eher als Schmuckwerk, denn als ernstzunehmende, der Handlung Tiefgang beisteuernde Figuren, schnelle, ausgefeilte Schnitte und ein schön in Szene gesetztes London des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Wermutstropfen: die animierte Skyline Londons ist ein einziger, fürchterlicher Green-Screen-Fauxpas.

3. Wächter der Nacht (2004): Damals schon im Kino ziemlich vom Kinosessel gerissen, was russisches Kino so kann. Die Story ist ziemlich kompliziert und schwer nachvollziehbar – im Groben aber geht es um zwei verfeindete Kriegereinheiten, die Wächter der Nacht (die Guten) und die Wächter des Tages (die Bösen), die seit Anbeginn der Menschheit neben den Normalos existieren und nun die alles entscheidende Schlacht schlagen, die darüber entscheiden wird, ob das Licht oder die Dunkelheit regieren wird. Alles ziemlich mystisch, in verstörend-betörenden Bilder in Szene gesetzt, die einen knapp zwei Stunden mit großen Augen zurück lassen.

4. Waynes World (1992): Kann gerade nicht sagen auf welcher Sprache der Alice-Cooper-Kniefall Waynes und Garths cooler ist.

Wayne Campbell, Garth Algar: [to Alice Cooper] We’re not worthy! We’re not worthy!
Garth Algar: We’re Scum!
Wayne Campbell: We suck!

oder

Wayne Campbell, Garth Algar: Wir sind unwürdig! Wir sind unwürdig!
Garth Algar: Wir sind Staub!
Wayne Campbell: Wir sind Asche!

–> Kult!

5. The Pick of Destiny (2006): Kultverdächtig finde ich auch immer noch Jack Blacks Hommage an den ehrwürdigen Rock’n’Roll, und irgendwie auch an seine eigene Band “Tenacious D”, in der er zusammen mit seinem Buddy Kyle Gass seit 1994 spielt. Die beiden sind auf der Suche nach dem Plektrum des Schicksals, dass schon Rockheroen wie Eddie von Halen zu Göttern an der Gitarre werden ließ. Doch zunächst müssen sie Dave “The Devil” Grohl besiegen, um überhaupt in den “Genuss” von Ruhm zu gelangen.

6. Schwarze Katze, weißer Kater (1998): Der in Bosnien geborene Emir Kusturica bietet dem Zuschauer einen irren, wahnwitzigen Mix aus zeitgenössischem Märchen, Gangster-Komödie und osteuropäischer Länderkunde zwischen Nomadenleben und Schwarzhandel.

7. Der blutige Pfad Gottes (1999): Allein wegen Willem Dafoes brilliantem Schauspiel als homosexueller FBI-Agent ist dieser Film um zwei irische Engel, die im Auftrag Gottes Verbrecher für ihre Taten strafen, sehenswert.

Filmkritik: Wolfman

Am effektivsten sind Gruselfilme immer dann, wenn man den Horror nicht sieht, sondern dieser nur angedeutet wird. Meistens geschieht das durch Musik, die den Spannungsbogen durch schrilles Gefiepe oder bedeutungsschwangeres Gebrumme immer so weit treibt, dass man seine Fingernägel bereits derart in des Begleiters Hand gegraben hat, dass dieser, wie die Filmheldin verfolgt vom Psychopatenkiller, selber um Körperteile bangen muss. Oder Mörder/Monster werden nur schemenhaft angedeutet, was die Vorstellungskraft des Publikums noch ein bisschen mehr anregt und meist furchteinflößender ist, als die Kreatur tatsächlich in ihrer meist unbeabsichtigt komischen Anti-Gruseligkeit zu sehen. Denn meistens scheitern Horrorfilme genau daran: spätestens bei schlechter Kostümierung oder Animation der Hauptgruselkreatur ängstigt man sich einfach nicht mehr.
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