Berlinale: 9. Tag

Der vorletzte Tag der Berlinale, es ist arschkalt in Berlin (blöd, wenn man am vorigen Tag nur die dünnste Strumpfhose gewaschen hat) und die Filme, die ich noch gern gesehen hätte, sind ausverkauft. Eine Freundin erzählte mir nämlich von “The Ballad of Genesis and Lady Jaye”, einem Film über die Punk-Industrial-Band “Throbbing Gristle” und das skurrile Leben der Avantgarde-Künstler Genesis Breyer P-Orridge und Jacqueline Breyer, die sich so eng miteinander verbunden fühlen, dass sie sich sogar zur Angleichung der Physiognomie Schönheitsoperationen unterzogen.
Dagegen riet sie mir davon ab in den Spike Jonze Kurzfilm “Scenes from the Suburbs” zu gehen, der mit der Musik der kanadischen Band “Arcade Fire” unterlegt ist. Jonze habe die Bilder, die in seinem Kopf beim Hören der Indiemusiker entstanden, verfilmt und herausgekommen seien dabei lediglich zusammenhangslose Sequenzen, die wohl nur Jonze selbst verstehe. Ich wollte ihn mir trotzdem gestern angucken, da die Vorstellung aber schon ausverkauft war, konnte ich auch nicht mit meiner sonst so hilfreichen Akkreditierung rein.

Dafür aber heute in die Ingmar Bergman-Ausstellung in der Deutschen Kinemathek, die ich mir mit besagter Freundin heute anschaute. Die informiert eher umfassend als detailliert über das umfangreiche Schaffen des schwedischen Regisseurs. Interessant sind aber besonders die Briefe, die ihm bekannte, erfolgreiche Kollegen, wie Stanley Kubrick, Billy Wilder oder Woody Allen, zur Freundschafts- und Ehrerweisung schickten. Oder ein Brief Bergmans an eine Vertreterin des Filmfests in Canne, in dem er seine Abneigung gegenüber dem Ausverkauf an Kunst auf Filmfestivals ausdrückt.

Bergman über das Filmfest in Canne: "Ich hasse diesen Fleischmarkt und Platz der geistigen Demütigung"

Heute Abend geht’s dann noch in “Late Bloomers” mit Williman Hurt und Isabella Rosselini, der diesjährigen Jury-Präsidentin. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung worum es geht, aber das muss man ja auch nicht unbedingt, wenn man sich überraschen lassen will.

Nur meinen schönen, warmen Arbeitsplatz möchte ich gerade noch nicht verlassen.

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