Monat: November 2008

At the howl Inn

Das Berliner Lido ist eigentlich ein feiner Club. Viel Platz zum Tanzen, ein großer, gemütlicher Raucherbereich, heimelige Atmosphäre und ein paar tolle Party-Reihen. „At the Soul Inn“ gehört zu letzterem und ist immer von vielen tanzfreudigen und die rare Soul-Musik schätzenden Menschen besucht.
Eigentlich macht es dort immer viel Spaß. Aber auch nur eigentlich, denn das Problem ist die Organisation an der Garderobe, wenn man das Chaos dort so nennen kann. Ab 2 Uhr ist die nämlich voll bzw. nicht, denn es kommen immer wieder Menschen, die ihre Jacken abholen und so ein Platz frei wird. Indess wird die Schlange derer, die gern frei von jeglichen, wärmenden Stofflagen tanzen möchten immer länger und nach 30 Minuten auch zorniger. Auf Nachfrage wieso man denn die freien Stellen nicht auffüllen könne, kommt vom Personal nur ein pampiges Achselzucken oder komplettes Verschwinden hinter dem Barthresen. Wir wollen also den Zuständigen sprechen, woraufhin uns ein schmächtiges, Muttersöhnchen ähnliches Wesen präsentiert wird, dass auch nicht mehr zu sagen weiß, als das Personal- dass nämlich eine bestimmte Reihenfolge eingehalten werden muss und man nicht die neuankommenden Jacken dazwischen hängen kann, sonst würde man am Ende nichts mehr finden. Ja und nun? Sollen die Gäste ihre Kleidung in irgendeine Ecke legen und die Nacht lang darauf hoffen, dass sie nicht geklaut wird?
Das Problem sollte im Lido kein unbekanntes sein. Denn je voller der Club wird, desto mehr Jacken wollen abgegeben werden. Wieso lernt man als Geschäftsführer/ Clubbetreiber nicht daraus? Vergrößert die Fläche für die Garderobe oder stellt mehr Kleiderstangen zu Verfügung? Oder stellt kompetenteres, freundlicheres Personal ein, das sich nicht mit der Situation überfordert fühlt, einfach die Sachen zusammen zu schieben, kurzfristig ein Nummerierungssystem einzuführen oder die Sachen, die abgegeben werden mit den Zettelchen zu versehen, die gerade eingetauscht werden- dann hängt man die neue Jacke einfach an die Stelle der alten. Sollte eigentlich nicht so schwer sein. Haben meine Freundin und ich dem Kompetenzbolzen auch entgegengeschrien, war ihm wohl aber zuviel der Einsatzbereitschaft. Zum Heulen das!