Monat: September 2009

Das ist ein Bingo!

Bevor ich mich hier an einer Rezension, Kritik, Lobpreisung, irgendwas versuche, fordere ich hiermit alle auf sich den neuen Quentin Tarantino Film „Inglourious Basterds“ anzuschauen, der ja nun auch schon ein paar Wochen im Kino läuft, ein Glück, sonst hätt ich ihn mir ob meiner Verpeiltheit wieder auf DVD anschauen müssen und hätte mich somit nicht beim Lachen und Staunen und immer wieder grandios Finden und Diaologe Merken fast an meinem Popcorn verschluckt.
Der Trailer verspricht gerade mal halb so viel Spaß wie der über zwei Stunden lange Film, der typisch Tarantino mit Ironie und Sarkasmus, grandiosen Ideenreichtum, filmgeschichtlichen Anleihen, klischeelastigen (durchaus positiv gemeint) Dialogen und Sprüchen nicht geizt:

Passend dazu der Link zum amüsanten Hitler-Blog von Daniel Erk auf taz.de!

Advertisements

Zitat des Tages

Gestern im Kino die Vorschau zu einem neuen schweizerischen Film gesehen. „Die Standesbeamte“ klingt nicht nur so stiefmütterchenhaft, der Trailer verspricht auch alles andere als gute Unterhaltung. Meine Begleitung jedenfalls während des Trailers quasi aus dem Off bezüglich der Gefangnahme Roman Polanskis durch die Schweizer Polizei wegen eines 31 Jahre alten Haftbefehls: „Den haben die auch bitter nötig.“

Von kosmischer Liebe und Maschinengetöse

Irgendwie hab ich das Gefühl, dass Florence and the Machine noch immer nicht so richtig bei den MusikFeuilletonmenschen angekommen ist, aber ich höre auch kaum noch Radio und kann mir das um fünf Ecken dahinkriechende Geblubber der Musikjournalisten auch eher selten anhören und lesen. Und da auch im Jahr 2009, wie unerwartet, unzählige Newcomer durch die Feuilletons gehypt wurden, kann es tatsächlich sein, dass „Lungs“ unterging, obwohl es schon im Frühjahr veröffentlicht wurde.
Florence and The Machine, die mit bürgerlichem Namen Florence Welsh heißt und wie ich gerade sah genauso alt wie ich ist, was mich jetzt doch ein bisschen während des tippens deprimiert, coverte schon 2007 viel versprechend „Hospital Beds“ von den Cold War Kids und legte nun also mit „Lungs“ ihren ersten Langspieler vor – und avancierte während der Sommermonate zu meinem persönlichen Album des Sommers, wenn nicht sogar des Jahres, aber darüber muss ich mir Ende des Jahres noch einmal Gedanken machen, schließlich liegen ja noch die vielen anderen Hypesachen in meinem Regal.
„Lungs“ jedenfalls macht nicht weniger als unbändige Freude, Sonnenschein, blitzende Sternenhimmel, Regenbögen, all der kitschige Scheiß eben, der einen dieses wohlige Gefühl in der Magengegend oder (wie ich diesen Sommer feststellen durfte) nach 10 Austern schlürfen bringt (sollen ja eine aphrodisierende Wirkung haben diese Austern). Wenn ich mir die Lieder anhöre, muss ich daran denken, dass Musiker eben nicht nur Liedermacher sind, sondern moderne Komponisten, die wunderschöne Melodien kreieren, im Falle von Florence and The Machine sogar helfen die Harfe zu entstauben, und wahre Poeten und Dichter sind, die zauberhafte, träumerische, manchmal schaurige, herzblutige, ergreifende Geschichten erzählen, die ganze Welt in ein Lied respektive Album packen. Und selbst „You´ve got the Love“ (von Candi Staton) hätte nicht nur von Florence Welsh selbst stammen können, sondern ist eines der besten Lieder des Albums.

Definitiv eines der besten Alben des Jahres. Hm, hab ich irgendwo schon mal geschrieben…

I hope, I think, I know

Noch ein Tag bis zur Bundestagswahl und leider erst heute diesen überaus amüsanten Aufruf der Herren Klaas und Joko von MTV Home bei der frühmorgendlichen Weckberieselung entdeckt (die Selbstbeweihräucherung der Parteien kann man sich ja schenken). Ich hoffe, das gerade wegen solcher gesellschaftlich relevanten Themen, die ja in den letzten Jahren nicht unbedingt oft auf MTV liefen, nach Sparmaßnahmen und Absetzen fast jeder interessanten und informativen, zumindest was das popkulturelle Verständnis angeht, Sendung, noch junge Menschen MTV sehen. Den Rest kann man sich ja eh schenken.

[Nichtwähler?!]

I want you to know

Es war zwar mein erstes Dinosaur Jr. Konzert, aber hoffentlich nicht mein letztes, auch wenn die Herren J Mascis und Lou Barlow ein wenig in die Jahre gekommen sind und das Konzert somit auch nicht länger als 1 1/2 Stunden gehen kann. Obwohl das wiederum ja auch nicht gerade kurz ist, mir aber so vor kam, weil man ja eigentlich so viele Lieder hören möchte, aber ein Lied wie „I don´t wanna go there“ ja schon mal 8 Minuten und länger geht, zur Freude aller Fans natürlich, weil Mascis immer noch der beste lebende Gitarrist ist und sich das auch nicht nehmen lässt.

„Feel the Pain“, 21.9.2008 im Berliner Astra:

There’s no school like old school

„People ask the question… what’s a RocknRolla? And I tell ‚em – it’s not about drums, drugs, and hospital drips, oh no. There’s more there than that, my friend. We all like a bit of the good life – some the money, some the drugs, other the sex game, the glamour, or the fame. But a RocknRolla, oh, he’s different. Why? Because a real RocknRolla wants the fucking lot.“

Nichts neues was uns Guy Ritchie da über einen Rocker, Rock´n´Roll Star oder was auch immer erzählt. Auch die Geschichte um Unterwelten, Kleinganoven die den mächtigen Unterweltbossen Geld schulden, Verwechslungen und ein blutiger Showdown, bei dem alle wieder aufeinander treffen, ist nicht neu. Ritchie erzählt sie nur immer wieder ein bisschen anders. In „Lock, stock and two smoking barrels“ war eine nicht unerhebliche große Menge an Gras und ein manipuliertes Skat-Spiel der Auslöser für die Geldbschafferei vierer Freunde. „Snatch“ erläuterte schon im deutschen Untertitel worum es neben dem Geld hauptsächlich geht – nämlich Schweine und Diamanten und eine kaum zu verstehende Zigeunerfamilie rund um Brad Pitt.
„RocknRolla“ nun spielt zwar immer noch in London, nur nicht mehr in irgendwelchen dreckigen Bezirken mit ihren Bezirksgangstern, sondern mitten im Finanzzentrum der Stadt. Es ist alles also ein bisschen schicker und teurer (kann man sicherlich die Produktionskosten und Gagen übertragen), die Charaktere zwar ein bisschen glatter, aber immer noch gewohnt cool mit gewohnt coolen Sprüchen auf der Lippe. Bei den ganzen Wendungen hat Ritchie wohl dann doch selber den Überblick verloren (da fällt mir „Bullit“ mit Steve McQueen ein, bei dem man sich zur Hälfte auch fragt, wo das Ganze hinführen soll, kurz den Überblick verliert, am Ende aber doch alles ziemlich homogen wirkt, weil die Coolness und Magie des Films dann doch irgendwie alles wett macht), macht am Ende dieses verrückten, abgefuckten Satire-Trips durch die Unterwelt dann irgendwie aber doch keinen Unterschied. Kann auch am Soundtrack liegen, der wie immer bei Ritchie verdammt gut ist. Alles wie gehabt also.

Creator

Das Scarlett Johansson eine der besten und facettenreichsten Schauspielerinnen unserer Zeit ist, kann man nicht bestreiten. Leider gibt es immer wieder ein paar schlimme Ausrutscher in ihrem Repertoire. A GOOD WOMAN oder IN GOOD COMANY sind zwei davon. Facettenreich kann man auch ihre gesangliches Respertoire nennen, die in der Karaoke-Szene in LOST IN TRANSLATION noch betörend waren (man kann auch annehmen, dass das ihre echte Stimme ist), spätestens seit ihrem Tom Waits Coveralbum aber unerträglich sind. Kurioserweise hört sie sich jedes Mal anders an.

Summertime war noch ganz erträglich, man kann aber schon an der Echtheit der Stimme zweifeln:

http://hypem.com/track/506027/Scarlett+Johansson+-+Summertime

Auf  „Anywhere I Lay my Head“ frickelte dann TV on the Radio-Gittarist Dave Sitek ordentlich an Johanssons Stimme herum:

Und auf dem auf dem neuen Album von Pete Yorn „Break Up“ hört sie sich teilweise so an, als wäre Amy Winehouse gesampelt worden, ein anderes Mal ist nur ein Hauchen zu hören und so viel Instrumentenklang, dass es keinen Unterschied gemacht hätte, ob da nun Kylie Minogue oder Paris Hilton wispert.