Von kosmischer Liebe und Maschinengetöse

Irgendwie hab ich das Gefühl, dass Florence and the Machine noch immer nicht so richtig bei den MusikFeuilletonmenschen angekommen ist, aber ich höre auch kaum noch Radio und kann mir das um fünf Ecken dahinkriechende Geblubber der Musikjournalisten auch eher selten anhören und lesen. Und da auch im Jahr 2009, wie unerwartet, unzählige Newcomer durch die Feuilletons gehypt wurden, kann es tatsächlich sein, dass „Lungs“ unterging, obwohl es schon im Frühjahr veröffentlicht wurde.
Florence and The Machine, die mit bürgerlichem Namen Florence Welsh heißt und wie ich gerade sah genauso alt wie ich ist, was mich jetzt doch ein bisschen während des tippens deprimiert, coverte schon 2007 viel versprechend „Hospital Beds“ von den Cold War Kids und legte nun also mit „Lungs“ ihren ersten Langspieler vor – und avancierte während der Sommermonate zu meinem persönlichen Album des Sommers, wenn nicht sogar des Jahres, aber darüber muss ich mir Ende des Jahres noch einmal Gedanken machen, schließlich liegen ja noch die vielen anderen Hypesachen in meinem Regal.
„Lungs“ jedenfalls macht nicht weniger als unbändige Freude, Sonnenschein, blitzende Sternenhimmel, Regenbögen, all der kitschige Scheiß eben, der einen dieses wohlige Gefühl in der Magengegend oder (wie ich diesen Sommer feststellen durfte) nach 10 Austern schlürfen bringt (sollen ja eine aphrodisierende Wirkung haben diese Austern). Wenn ich mir die Lieder anhöre, muss ich daran denken, dass Musiker eben nicht nur Liedermacher sind, sondern moderne Komponisten, die wunderschöne Melodien kreieren, im Falle von Florence and The Machine sogar helfen die Harfe zu entstauben, und wahre Poeten und Dichter sind, die zauberhafte, träumerische, manchmal schaurige, herzblutige, ergreifende Geschichten erzählen, die ganze Welt in ein Lied respektive Album packen. Und selbst „You´ve got the Love“ (von Candi Staton) hätte nicht nur von Florence Welsh selbst stammen können, sondern ist eines der besten Lieder des Albums.

Definitiv eines der besten Alben des Jahres. Hm, hab ich irgendwo schon mal geschrieben…

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