Monat: Oktober 2009

Weapon of Choice

Vergesst „The Shining“, „American Psycho“, „Sieben“, „Texas Chainsaw Massacre“, „My Bloody Valentine“, „Saw“, „House of Wax“ und wie die Filme nicht alle heißen, die mit besonders einfallsreichen Folter- und Mordmethoden ihre Protagonisten blutreich dahinmetzeln. Denn den qualvollsten, langsamsten und den eigenen Suizid herbeiwünschenden Tod stirbt man nur durch ein Werkzeug: den Löffel.

The Horribly Slow Murderer with the Extremely Inefficient Weapon:

Die schlechtesten Filme aller Zeiten I

„Blade Trinity“ fundiert kritisch betrachtend, kann ich nur mit den wohlüberlegt und distinguiert vorgebrachten Worten schließen: What the fuck? Lange nicht mehr so einen zusammenhangslosen, unspannenden, schlecht geschauspielerten Müll gesehen. Würde der Film tatsächlich absichtlich Trash sein und sich nicht ernst nehmen, so wie Splatter B-Movies nun mal auch nicht ernst gemeint sind und keine Diskussionen über Ethik und Menschenwürde anstoßen wollen, aber da kann man ja den „Underworld“-Filmen mehr Unterhaltung und Ernsthaftigkeit, was das Filmemachen und Vampire-Genre angeht, zusprechen. Dann doch bitte wieder jede Woche „Buffy“.

Makes you dream faster

Ein Freund hyperventiliert, ich mach mir fast in die Hose vor Aufregung – das kann ja nur das geilste Album des Jahres werden, wenn The Black Keys (die endlich auch mal nach Deutschland kommen könnten) mit Mos Def, RZA und wem nicht noch kollaborieren. Hell yeah:

Falls es ein Video dazu geben sollte, müsste Bill Murray mitspielen, RZA, Dan Auerbach und Patrick Carney abschlagend. Und am Ende ob einer Überdosis Blues und HipHop in ein Delirium fallen. Ach, das war ja was anderes – trotzdem verdammt gut.

Whatever

Immer noch ein bisschen traurig über die Trennung von Oasis, aber naja „don´t look back in anger“ und so. Der Popblog jedenfalls berichtet über eine vermeintliche Insider-Trennungs-Geschichte, die den Gallaghers gerecht würde und ein lachendes und weinendes Auge zurück lässt, der guten Gitarren wegen natürlich:  „Realising Liam had mistakenly thrown his own guitar, Noel looked down, shrugged and stamped seven bells of shit out of it until it resembled the bottom of a hamsters cage.“
FOOOOOOKING HEEEEELLLL SOMEBODY STOOOP HIIIIIIIM

Zitat des Tages

Jörg Fauser mit einer damals schon recht anachronsistisch anmutenden Lobeshymne auf den Literaten liebstes Werkzeug, der Schreibmaschine:

„Nichts gegen Maschinen, aber eine Seele bekommen sie nur, wenn du sie mit deinen Händen bearbeiten, auseinandernehmen und zusammensetzen kannst. Mit Computern kannst du dir nicht die Hände dreckig machen, das sind Maschinen nicht für die Literatur, sondern für die Abschaffung der Menschen“ (aus „Der Strand der Städte – gesammelte journalistische Arbeiten 1959-1987“, Seite 777).

Man denke nur an die Vinyl-Liebhaber, die erst mit Einführung der Kassette und dann der CD den Untergang des Abendlandes herbeiprophezeiten oder die Qualitätsjournalisten die Verdummung der Menschen mit Entwicklung des Internets. Man möchte gar nicht daran denken, was passiert, wenn es irgendwann mal keine Zeitungen mehr gäbe. Oder wie mein Empirie-Professor Donnerstag meinte: „Eine ungelesene Zeitung ist Altpapier“.

Die Illusion ist dahin

Wie kann man nur so meisterhaft die Spannung auf gleich zwei Filme nehmen? Wird Filmkritikern nicht beigebracht, das Ende nicht zu erzählen? Vielen Dank dafür, liebe Zeit.
„Durst“ von Park Chan-wook und „Antichrist“ von Lars von Trier in einer zwar interessanten, aber ärgerlichen Rezension von Katja Nicodemus auf zeit.de

Neustart

„Today could be the day you might make a change
Lock yourself indoors and plan a getaway
Take a walk outside in the heavy weather
The British Summer time’s just great whatever
Join a local gang and get a cool nickname
Make your lifelong sweetheart your ball & chain
Convert your self belief for a new Religion
or leave the TV on and make a decision when you’re
Waiting for the day you’re not looking for something else“

The Rifles in einer Sinnkrise? Wenn ja, in einer überaus produktiven mit grandiosem Endprodukt. „And I don’t see that’s ever gonna change“ singen sie auf „Toe Rag“. Mit dem neuen alten Album „Great Escape“ fordern The Rifles aber zu eben dem auf. Das perfekte Album für die Überwindung einer Sinnkrise, den Arsch hoch zu bekommen und etwas zu ändern.

Night-Time Intermission II

Ist es einfach der nächtlichen Schlaflosigkeit und leichterer Reizbarkeit geschuldet, dass dieses Lied der schrecklichste, disharmonischste Quatsch ist, den ich seit langem gehört habe, oder ist „Ich war noch niemals in New York“ von den Sportfreunden Stiller tatsächlich das schlechteste Cover seit langem, wenn nicht sogar mal komplett überflüssig, weil dem Lied nichts neues abgewonnen wird? Und wieso fällt mir erst jetzt auf, dass Peter ein grausiger Sänger ist? Kommt gleich nach Dirk von Lowtzow.

Ich will doch nur schlafen…