Monat: September 2010

same same but different (2)

Coldplay sind ja nicht gerade subtil, wenns ums Klauen geht. „Viva la Vida“ ist ein einziges Sample von Joe Satrianis „If I could fly“ und auch die Eingangsmelodie auf „Talk“ verleugnet nicht seine Herkunft. Zumindest sollen Coldplay Kraftwerk noch nachträglich gefragt haben, was sie bei Satriani gleich ganz bleiben ließen.

Coldplay – Talk

Kraftwerk – Computer Love

all my heroes are weirdos

Auch wenn mich alle Produkte von Apple so eher gar nicht interessieren und der mir unverständliche Hype bei jedem neuen Produkt direkt am Arsch vorbei geht, finde ich die Werbung für das neue App des „The New Yorker“ großartig. Nicht zuletzt natürlich wegen Jason Schwartzman, dem ich sofort abnehme, dass er sein iPad mit lackierten Fingernägeln unter die Dusche nimmt. Zwar würde ich mir jetzt immer noch kein iPad oder iPhone kaufen, aber so ein Elefanten-„Klingelton“…

Leider irgendwie nicht einbettbar, deswegen hier lang.

it’s just like you told me it be, it’s nothing at all

Schuhe putzen. Sieht man als kleines Kind zum Nikolaus nicht ein, weil sie ja am nächsten Tag eh wieder schneebematscht sind und man ja auch einfach die Stiefel rausstellen kann, die nicht so oft getragen, dementsprechend nicht geputzt werden müssen. Sowieso sieht man als kleines Kind schon gar nicht die Notwendigkeit des Putzens im Allgemeinen ein, da egal wie sauber das Zimmer, die Klamotten, die Teller etc. auch sind, immer ist irgendwas nicht genug poliert, staubgesaugt, entfusselt etc. Also bleibt es meistens so, wie es war.
Schuhe putzen ergibt erst wirklich Sinn, wenn man sich das erste Mal teures, schickes Fußkleid gekauft hat und man nicht will, dass sie nach einer Woche tragen aussehen wie nach einer Woche tragen, als man noch ein Kind war. Man hört also darauf, was die Verkäufer einem zu speziellen Lederreinigungstechniken und präventiven Wasserabwehrsprayen sagen, macht alles genau auf Anweisung und sitzt dann trotzdem wieder wie ein kleines Kind vor seinen Stiefeln und sieht nicht ein, warum man das jetzt noch weiter machen soll, wenn doch alles Putzen und Pflegen umsonst war.
Vielleicht sollte man aber auch einfach nicht so viel auf die „Fachkräfte“ hören, sondern sich die Gebrauchsanweisungen der Spezialreinigungsmittel nochmal genauer durchlesen.

Die Bastarde, die dich jetzt nach Hause bringen

Das erste Mal seit langem wieder durch den feinen Nieselregen gelaufen, schnellen, entschlossenen Schrittes, so, dass die Oberschenkel vor Anspannung angenehm zu schmerzen beginnen, die Füße sich in die Socken krallen, die Hände sich tiefer in die Taschen graben, mit zurück gezogenen Schultern die klare Luft einatmend und keine Musik, kein Lärm der Stadt, nur ein leerer Kopf und das Klacken der Stiefel auf dem Beton.

a classic art showcase

Spontan in Lachen ausgebrochen, mir dann die Ohren zugehalten und später versucht Johnny Haeuslers Worte beim Spreeblick nachzuvollziehen:

Die Grandiosität des Trios ist mit Worten kaum zu beschreiben, die junge Band entzieht sich jeder Typisierung und die Suche nach der Erkenntnis, ob es die asynkopischen Siebenviertelrythmen des Bassisten, die stoische Neudefinition der Gitarre als Instrument per se, die virtuos individualistische Taktfrequentierung des Schlagzeugers oder gar die Kombination all dieser Faktoren, gewürzt mit der unschuldigen Nacktheit der Adoleszenz, ist, die der Band in Insiderkreisen einen beinahe religiösen Kultstatus verliehen hat, kann nur erfolglos bleiben.

Das einzige, was dann trotzdem bleibt, ist ein großes „WTF?“ und die Einsicht, dass ich es wohl auch nicht besser könnte.