The End (No!)

„Habt ihr das gehört? Gepriesen sind die Griechen.“
„Die Griechen?“
„Oh! Er meinte die Siechen. Ich weiß: gepriesen seien die Siechen. Oh, find’ ich das allerliebst. Bin ich froh, dass die jetzt endlich was zu tun haben, die alten Siechen.“
(aus: Das Leben des Brian“)

Als Siechtum bezeichnet man den Zustand zunehmender Entkräftung durch einen massiven oder irreversiblen Krankheitsprozess (Wikipedia: Siechtum)

Also jetzt mal im Ernst, das ist ja hier auch nicht alles Kindergeburtstag und Candyland. Das ist harte Arbeit. Wer steht denn schon gerne freiwillig um sieben Uhr auf, um neun Uhr in der ersten Pressevorführungen zu sitzen. Die auch noch wichtig ist, weil beispielsweise Kevin Spacey mitspielt und wenn dann der eine Kollege den anderen fragt, wie man den Film fand und der andere kann nur mitleidbedürftig von seinem Jetlag erzählen, dann verdient das ja auch nicht unbedingt Respekt. Also wird sich an den highend Starbucks Original-Coffee gekrallt und nicht versucht während der Vorführungen einzuschlafen. Und als wäre der Film nicht schon genug, findet im Anschluss noch die Pressekonferenz statt, die Hintergrundinformationen liefert, die Schauspieler auch menschlich macht (außer Ludivine Sagnier, die hat nur puppenähnlich in eine Richtung geguckt) und auch Bilder liefert, so denn eine ordentliche Kamera vorhanden und der Anweiser nicht anweist diese darniederzulegen.

Warten auf Yelling to the Sky
Das Allerschlimmste aber überhaupt für den gepriesenen Journalisten ist zu warten. Da hat dieser schon das Privileg, überall Erster zu sein und an jedem vorbeigehen zu dürfen, alles früher zu sehen, und dann muss er warten. Hallo, geht’s noch? Geduld ist etwas, das der Journalist nicht kennt und wenn er diesem dauerhaften Zustand etwas zu nah kommt, dann ist er vom  Virus befallen. Dann kann nichts früh genug beginnen und rechtzeitig enden, weil er noch immer andere Termine hat, die je später der Tag, desto wichtiger sind. Dann nützen auch besänftigende Worte nichts, dann sind 15 Minuten Warten einfach zu viel des Guten, dann macht auch Journalist sein keinen Spaß mehr, macht es ja auch generell nicht, denn wo alle anderen Sekt trinken, nimmt er Wasser, trinkt den To-Go-Kaffee und weil er sich in der Masse am sichersten wiegt, äußert man dann auch kollektiv seinen Unmut. Dass die die Vorführungen aber auch nicht besser terminlich planen können. Schrecklich.

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