Berlinale: The Future

You will you won’t
You do you don’t
You’re saying you will
But you know you
(The Zutons –  You will, you won’t)

Das Schlimmste, was man nach dem Treffen von Entscheidungen machen kann, ist sie zu bereuen. Die Sache rückgängig machen zu wollen bis die Veränderung und der Glaube an die bessere Vergangenheit einen auffressen. Irgendwann kommt man darüber hinweg oder verändert sich durch die Entscheidungen, hat daraus gelernt und würde es bei einer nächsten ähnlichen Sache anders angehen. Generell ist es ja so, dass alles, was wir tun, die Fehler aus denen wir lernen, uns formen, uns zu den Menschen machen, die wir irgendwann einmal sein werden, in welcher Form auch immer. Und auch wenn die Entscheidungen von der Vergangenheit geprägt sind, so werden sie doch für die Zukunft gefällt. Letztendlich geht es in Miranda Julys Film darum: was wir mit unser Zukunft tun wollen, wir mit den Veränderungen und ihren Folgen umgehen, besonders die, die der Liebe geschuldet sind.

Miranda July auf der Pressekonferenz zu "The Future"

Jason (Hamish Linklater) und Sophie (Miranda July) führen eine zwar glückliche, aber langweilige Beziehung. Denn anstatt Zeit miteinander zu verbringen, sitzen sie sich auf der Couch gegenüber und surfen im Internet. Eine Ahnung von ihrer ursprünglichen Liebe erhält der Zuschauer in einigen, kleinen Momenten, in denen die beiden auf einer anderen, eigenen Ebene zu existieren scheinen. Bis eine Katze ihr Leben verändern soll. Denn in Jasons und Sophies Universum sind sie mit ihren 30 Jahren schon fast tot. Was die Sache verschlimmert, weil sie die adoptierte Katze gesund pflegen, ihr also all die Zeit, die sie haben, schenken müssen. Also beschließen sie ihre Jobs zu kündigen und das zu machen, was sie schon immer wollten (Tanzen/Sophie) beziehungsweise der Stimme der inneren Eingebung lauschen (Umweltaktivismus/Jason). Dabei hat Sophie noch eher das Gefühl in ihrem Leben etwas verpasst zu haben, als dem jetzigen etwas hinzuzufügen. Und so leben sich beide immer mehr auseinander.

Miranda Julys zweiter Film handelt nicht nur von dem Bereuen von Entscheidungen bzw. dem nachträglichen Einsehen ihrer Irrtümlichkeit. Er thematisiert auch die Bedingungslosigkeit, Geborgenheit, dem blinden Verstehen und der Unendlichkeit von Liebe, wahrer Liebe und wiederum, was wahre Liebe eigentlich ist, wie sich diese äußert. In der performativ-krudesten Form äußert sich dies in einem T-Shirt, das Sophie immer zur Kontemplation in den Händen hielt, und das nach der Trennung von Jason ihr überall hin folgt.

„The Future“ regt letztendlich auch an darüber nachzudenken, was einem wichtig ist im Leben, wie man seine Zukunft gestalten und (er)leben möchte und dass man seine Entscheidungen genau überdenken sollte. Egal wie lange der Prozess dauert.

The Future im Berlinale-Programm:

  • 16. Februar, 15.30 Uhr im Friedrichstadt Palast
  • 16. Februar, 22.30 Uhr im Urania
  • 20. Februar, 22.30 Uhr im Berlinale Palast

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