Paint it Black

Ich mag ja Menschen, die schöne Sätze schreiben, zum Beispiel solche wie diese:

DŸSE sind das Ergebnis einer gedanklichen Querfeldeinfahrt: da wo andere die asphaltierte Rap-, Indie-, Electro- oder Metal-Straße nehmen und immer schön auf die Geschwindigkeit achten, heizen Jari Rebelein und André Dietrich über Feld, Stock und Stein. Alles geht, nichts muss.

Bei Saviours hat die musikalische Sozialisation definitiv andere Spuren hinterlassen als bei der Vorband. Die Kalifornier nennen Heavy Metal-Legenden wie Motörhead, Scorpions, ZZ Top, Saxon, Judas Priest und Dio als Vorbilder. Dementsprechend reizüberfluten sie das Publikum nicht wie Ramming Speed, nach denen man sich fragt, welche Farbe das Auto eigentlich gerade hatte, von dem man überfahren wurde. Bei Saviours sieht man, dass die Karre schwarz ist, hört aus dem Inneren Rock and Roll-schwangeren Heavy Metal mit düsteren Riffs und weiß: die fahren nach ganz unten.

Über Musik schreiben ist ja wie zu Architektur tanzen nicht die einfachste, journalistische Kunst. Da müssen dann ein paar Vergleiche her, um das Hörerlebnis zusammenzufassen. Wenn mir dann beispielsweise Hardcore- und Metal-Musik anhand der Farben des Malkastens erklärt wird, dann muss ich die Musik deswegen nicht besser finden, aber ich beginne diesen Wust aus Geknüppel und undurchschaubaren Riffs ein bisschen besser zu verstehen, und erfreu mich gleichzeitg noch an schönem Schreibstil.

Also: wer entweder auf die Musik von Bands wie Saviours, Kvelertak, DŸSE oder Black Math Horseman steht, oder mal ordentliche Konzertkritiken und interessante Interviews lesen will, der sollte jetzt sofort den Blog von Karsten Ein Kasten Kohle lesen.

2 Kommentare

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