Monat: September 2011

Albumrezension: The Rifles – Freedom Run

Es ist ja immer wieder großartig, wenn Menschen nicht nur fantastische Musiker, sondern auch charmant sind, quasi also wie jeder andere auch, der Talent und Charakter hat, nur eben mit einem Plattenvertrag und schmachtenden Mädchen vor der Bühne. So auch die Rifles, ich erwähnte es. Ihr neues Album „Freedom Run“ ist so ziemlich das Beste, was sie bisher auf Platte gebracht haben, was ihre Großartigkeit noch einmal steigert.

Warum ihre dritte Platte so gut ist, hört ihr in meinem Beitrag für detektor.fm, den ich zwar konzipiert und geschrieben habe, aber nicht einsprechen und schneiden konnte, weil detektor in Leipzig und ich in Berlin. Danke also an die lieben Kollegen, die die weitere Arbeit für mich übernommen haben!

Albumrezension: The Rifles – Freedom Run
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same same (but different) (3)

Nur ein Sample ist das bei weitem nicht mehr. Und ob es tatsächlich als Remix verkauft wurde, weiß ich nicht. Dem Titel nach zu urteilen, aber eher nicht.

„Sample“:
The Throne – Why I Love You

Original:
Cassius – I Love U So

Nachdem ich die Version von The Throne schon ziemlich gut fand, bin ich nun umso mehr von Cassius begeistert.

Meet The Rifles

Das Tolle daran, sich mit einem Ben-Sherman-Verkäufer mit guter Menschenkenntnis sehr nett zu unterhalten, ist, dass er einem verrät, dass The Rifles später am Tag zum Einkleiden vorbei kommen werden. The Rifles! Genauer: Sänger Joel Stoker und Gitarrist Lucas Crowther! Chance genutzt, hochroten Kopf beim Fragen nach einem Foto bekommen, anschließend viel Unsinn geredet und mit dem Erkenntnis aus dem Laden, dass die beiden furchtbar sympathische Menschen sind.

Am Morgen auf dem Weg zur Arbeit noch mit Kopfhörern gehört, am Abend direkt vor meiner Nase und nicht nur auf der Bühne – irgendwie ist das alles noch ein bisschen surreal. Danke Nico aus dem Ben Sherman Store!

Das neue Album von The Rifles „Freedom Run“ erscheint übrigens schon am Montag! Hells yeah, ich freu mich.

My Moon, My Man

Bier, 11 Freunde Spezial „90er“ (ja, ich stehe auf gut geschriebene, gut erklärte Fußball-Texte; nein, ich guck mir das deswegen immer noch nicht gern an) und nochmal Noel Gallagher auf BBC 2 (so empfehlenswert). Most awesome tuesday evening.

„It’s nonsense. It’s just like yogurt mixed with sand and wood.“ (Noel Gallagher über Hummus)

Mogwai – Earth Division EP

Es ist erstaunlich, wie Mogwai nach 16 Jahren Bandbestehen noch immer besser werden, sich schrittweise an neue Genres wagen – wie aktuell an elektronische Klänge auf dem siebten Studioalbum „Hardcore Will Never Die But You Will“ – und nie damit scheitern, sondern den Liedern immer ihren unverwechselbaren Klang geben. Dass die Lieder auf der kürzlich veröffentlichten „Earth Division EP“ während der Sessions zu „Hardcore Will Never Die…“ entstanden sein sollen, erstaunt dann aber doch. Denn das einzige Lied, das an die Elektro-Post-Rock-Symbiose erinnert, ist „Drunk and Crazy“, auf dem die zuvor erbauten meterhohen, elektronischen Soundwände in melancholisches Violinenspiel zusammenbrechen, um es später wieder zu überragen. Auch die anderen drei Lieder werden von diesem Violinenspiel getragen, sind aber von all dem Klangbombast befreit; besonders „Get To France“ ist mit Violine und Klavier das wohl akustischste Stück, das man je von Mogwai gehört hat, in seiner Einfachheit gleichzeitig aber auch eines der düstersten. Auch „Does This Always Happen“ und „Hound of Winter“ werden von dem verstörend-schönen Violinenspiel getragen; auf „Hound of Winter“ versteht man sogar Mogwai-untypisch den Gesang.
Am Ende ergibt diese fast an Klassik erinnernde EP aber auch wieder Sinn, denn Mogwai ist und war nie nur eine Rockband, sondern zeitgenössische Komponisten, die wohl nie etwas falsch machen. Aber hört selbst.

Get To France

Hound of Winter

Drunk and Crazy

Does This Always Happen?

(Ich kann den Player irgendwie nicht einbetten, deswegen so. Das Set komplett gibt’s u.a. hier.)

Noel Gallagher on BBC Radio 2

Programmhinweis:  Noel Gallagher ab 16 Uhr für 176 Minuten live im Stream auf BBC Radio 2.

Mancunian musical legend and wit Noel Gallagher presents the Dermot O’Leary Show, with Matt Morgan. He’s joined by actor John Simm and has live music from new band Folks, who are supporting Noel’s High Flying Birds on tour. David Walliams also joins the show by phone, to provide an update on his bid to swim the length of the Thames for Sport Relief.

Das ist kein Vorschlag, sondern eine Aufforderung!

Update: Wer die Sendung verpasst hat, kann sie hier noch eine Woche lang nachhören.

History Repeating

So selbstverständlich wie die Generation zuvor Songs aus dem Radio aufnahm und auf Mixtapes kopierte, wird heute aus dem Internet geladen, gebrannt und neu zusammengestellt.4 Doch anders als die sogenannten Kassettenjungs und Kassettenmädchen der neunziger Jahre können die jungen Kopierer des neuen Jahrtausends nicht mit einer musealen Verklärung ihrer Mischkultur rechnen. Dabei tun sie kaum etwas anderes als die Generationen zuvor – allerdings mit einer besseren technischen Ausstattung.

Ich bin sehr gespannt auf „Mashup – Lob der Kopie“ von Dirk von Gehlen, der in seinem gerade veröffentlichten Buch dem Mythos vom bösen Kopieren und Zitieren ein Ende setzt (zumindest liest sich das in der Einleitung so, die man hier nachlesen kann), denn Zitieren bedeutet auch immer eine Huldigung des Originals und nicht ein bloßes, ideenloses Abschreiben, wie es die Verfechter des Leichtungsschutzrechtes gern darstellen.

Zum Thema Kopie fällt mir auch immer wieder Benjamin von Stuckrad-Barre ein, der einst, vor dem bösen Internet, in unendlicher Weisheit schrieb:

Wer Wiederholungen ablehnt, überschätzt sich maßlos: Dazu sind die Menschen zu langweilig und in ihrer Substanz zu limitiert, als dass ihnen ein paar tausend Jahre lang jeden Monat etwas komplett Neues einfallen könnte. Dann könnte man es ja gleich bleiben lassen, müsste kein Wort mehr sagen, kein Bier mehr trinken, kein Lied mehr singen, kein Haus mehr bauen, keinen Menschen mehr küssen. Gab es doch alles schon. History Repeating. Eben. Also: Demut, bitte schön. Die Frage sei nicht „Ist das neu?“, sondern „Ist mir das neu?“.