History Repeating

So selbstverständlich wie die Generation zuvor Songs aus dem Radio aufnahm und auf Mixtapes kopierte, wird heute aus dem Internet geladen, gebrannt und neu zusammengestellt.4 Doch anders als die sogenannten Kassettenjungs und Kassettenmädchen der neunziger Jahre können die jungen Kopierer des neuen Jahrtausends nicht mit einer musealen Verklärung ihrer Mischkultur rechnen. Dabei tun sie kaum etwas anderes als die Generationen zuvor – allerdings mit einer besseren technischen Ausstattung.

Ich bin sehr gespannt auf „Mashup – Lob der Kopie“ von Dirk von Gehlen, der in seinem gerade veröffentlichten Buch dem Mythos vom bösen Kopieren und Zitieren ein Ende setzt (zumindest liest sich das in der Einleitung so, die man hier nachlesen kann), denn Zitieren bedeutet auch immer eine Huldigung des Originals und nicht ein bloßes, ideenloses Abschreiben, wie es die Verfechter des Leichtungsschutzrechtes gern darstellen.

Zum Thema Kopie fällt mir auch immer wieder Benjamin von Stuckrad-Barre ein, der einst, vor dem bösen Internet, in unendlicher Weisheit schrieb:

Wer Wiederholungen ablehnt, überschätzt sich maßlos: Dazu sind die Menschen zu langweilig und in ihrer Substanz zu limitiert, als dass ihnen ein paar tausend Jahre lang jeden Monat etwas komplett Neues einfallen könnte. Dann könnte man es ja gleich bleiben lassen, müsste kein Wort mehr sagen, kein Bier mehr trinken, kein Lied mehr singen, kein Haus mehr bauen, keinen Menschen mehr küssen. Gab es doch alles schon. History Repeating. Eben. Also: Demut, bitte schön. Die Frage sei nicht „Ist das neu?“, sondern „Ist mir das neu?“.

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