Monat: April 2012

Fuck the costumer: Interview mit Noel Gallagher

Noel Gallagher hat mal wieder gesprochen. Diesmal auf dem Coachella zum Thema Konsumenten, ihr Konsumverhalten und dessen Beeinflussung.

If a fashion house is a record label, right, like Dior or all of this big fashion houses. Do you think fasion would stay the same, if they asked the consumer what they wanted to wear next summer? Why fashion always moves forward and we all look different and have different haircuts and we are all different?

So weit, so richtig. Die obligatorische Beleidigung aller Musikkäufer, die nicht auf The Great Gallagher stehen, darf dann aber natürlich nicht fehlen:

Fuck the costumer. The costumer doesn’t know what he wants. You fucking give it to him and he likes it. Costumers are idiots. 99 percent of them are fucking idiots. You know. Not my costumers. They’re fucking brilliant.

Das komplette Interview gibt’s hier:

Weekender (17)

Ich hab mich die letzten zwei Tage durch die komplette Madonna-Diskografie gehört, was eine ziemlich schöne Beschäftigung war, überhört man einfach das aktuelle Album „MDNA“ und seinen Vorgänger „Hard Candy“, die beide lediglich die schlimmstmögliche, repitive Verstümmelung ihres ersten, großartigen (!) Dance-Elektro-Albums „Confessions On A Dance Floor“ darstellen. Das vergisst man ja immer wieder bei dem ganzen Trara um Madonna und ihr Äußeres – dass sie eigentlich richtig gute Musik gemacht hat.

Dabei hab ich mich besonders in „Ray of Light“ von 1998 verliebt, von dem ich nur die vier Single-Auskopplungen „Nothing Really Matters“, „Frozen“, „The Power Of Good-Bye“ – für mich eines ihrer besten Lieder – und den Titeltrack „Ray of Light“ kannte. Aber auch „Erotica“ macht unglaublich viel Spaß und ist von ihren ersten Alben meiner Meinung nach das stimmigste. Aber ich kann mir die kleine-Mädchen-Nummern der ersten Alben auch nur ab und zu in der Disco anhören.

So, und deswegen gibt’s jetzt Madonna in Mehrfachausführung als Einstimmung auf ein großartiges Wochenende:

„Get Together“ von „Confessions On A Dance Floor“

„The Power Of Good-Bye“ von „Ray of Light“

„Deeper and Deeper“ von „Erotica“

Analog ist besser

Nicht immer. Bei Gesprächen schon. Denn: Ein Lächeln, eine zwinkerndes Auge, ein bestimmter Ton in der Stimme, eine hochgezogene Augenbraue, ein Axelzucken, die ganze Bandbreite an Mimik und Gestik eben, die man während Gesprächen anwendet, fällt bei digitaler Kommunikation komplett weg und führt oft, auch bei Menschen, die man gut kennt, zu Missverständnissen. Ironie beispielsweise versteht ja so schon jeder nur auf seine Weise. Und wenn man nicht hinter jeden Satz, der nur halbernst gemeint ist, ein zwinkerndes Smiley tut, dann sind Streits fast vorprogrammiert. Oder wie Max Scharnigg schreibt:

Bei diesen Dialogfetzen ist es extrem wichtig, nicht falsch verstanden zu werden, weil man sonst Gefahr läuft den Nachmittag im Auge eines Shitstorms zu verbringen […] Ganze Foren sind schon implodiert, weil ein Nebensatz nicht als Witz oder Unernst gekennzeichnet war und der betreffende User nach Diktat verreiste, während die Foristen sich über seinen Eintrag erst in Rage posteten und schließlich in Grabenkämpfen gegenseitig zerfleischten.

Und wer möchte schon eine Stunde lang in geschriebener Sprache erklären, wie es nun wirklich gemeint war, wenn man sich am Ende eh wieder anruft, um die Sachlage in zehn Minuten zu klären. Und am besten streitet es sich doch noch immer, wenn man sich die Meinung auch wirklich ins Gesicht schreien kann, dabei immer bockiger und unsachlicher werdend, nur um sich am Ende wieder in den Armen zu liegen. Fühlt sich auch besser an, als den harten Laptop zu umarmen.