SPOT Festival 2012 in Århus (2) -Neuentdeckungen

Das Sympathische am SPOT Festival ist ja, dass es kein großes, kommerzielles Festival ist, sondern vom Staat gefördert wird, um kleine skandinavische Bands einem internationalen Publikum bekannt zu machen. Klein und unbekannt heißt aber nicht gleich schlechter, weshalb die Bands – zumindest die, die ich gesehen habe – alle durchweg gut waren. Ob man den Stil einer Band dann mochte oder nicht, ist zwar die eine Sache, die andere ist, dass die Qualität der Musik durchweg hochwertig war. Es scheint, als wüssten die skandinavischen Musiker, was sie machen.

Neben all den großen skandinavischen Bands wie The Raveonettes, The Hives, WhoMadeWho etc. gibt es also eine Menge kleinerer Bands, in die es sich unbedingt lohnt reinzuhören. Deshalb stelle ich an dieser Stelle ein paar der Bands vor, die ich auf dem SPOT gesehen, für großartig befunden und zum Teil interviewt habe.

1. Die sympathische Norwegerin Hanne Kolstø, mit der ich auch ein Interview führen durfte, hat das für mich schönste und wahrhaftigste Lied der letzten Zeit geschrieben: „Don’t Want To Be Happy In The Moment I Want It To Last“.

2. Rosemary ist eine iranisch-norwegische Kollaboration des Ehepaares Sahar Pour/Lasse Martinussen, das verstörenden, mit dicken Bässen unterlegten Elektro macht. Definitiv eines der besten Konzerte auf dem SPOT.

3. Darkness Falls kannte ich nur, weil sie die Vorband der Shins in Berlin und live ziemlich toll waren. Auf dem SPOT durfte ich die eine Hälfte des Duos, nämlich Josephine Philip, interviewen und herausfinden, dass sie mindestens drei Mal so sympathisch ist, wie sie sich cool auf der Bühne gibt.

4. Mein Ohrwurm der letzten paar Tage kommt von dem Dänen Jesper Madsen alias Echo Me. Er spielte „Left From The Fire“ direkt im Anschluss an unser Interview in einer tollen Akustik-Version.

5. Der Sänger von The Floor Is Made Of Lava, Tobias Kippenberger, klingt live original wie Kelly Jones von den Stereophonics, was nichts schlechtes sein kann. Das Interview mit den hinreißenden Redneck-Dänen folgt irgendwann.

6. The Megaphonic Thrift, die ein bisschen härter, aber nicht ganz so verstörend wie Yuck klingen, spielten ein großartiges, ziemlich lautes Konzert.

7. Interessanterweise klangen Simon Says No! live eher wie Foals, das Lied lässt jedoch mehr an My Bloody Valentine erinnern. Was ja beides auch nicht unbedingt schlecht ist.

8. Ziemlich viel Spaß machten auch die Finnen Zebra & Snake, deren Album-Release-Party nächsten Mittwoch in Berlin stattfindet.

9. Keith Canisius klingen in „Openness Is Dreaminess & Everything In Between“ fast ein bisschen wie die fröhlicheren, poppigeren Sigur Rós.

10. Ein wenig schüchtern war Freja Loeb im Interview. Auf der Bühne merkt man der Dänin, die lieber in New York leben würde, nichts von ihrer Introversion an.

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