Monat: August 2012

All around the world

Wenn ich nicht so übermüdet wäre, weil ich versuche durchzumachen, würde ich wahrscheinlich nicht schlafen können. Aber dafür hab ich auf ungefähr 19 Stunden Reise ja auch genügend Zeit.

So viele erste Male: natürlich USA, Texas, Austin, aber auch riesige Straßen, riesige Supermärkte, riesige Auswahl an Ben & Jerrys Eis, Twinkies und was nicht noch alles an riesiger Auswahl. Ein Glück, hält mich die Übermüdung davon ab, komplett durchzudrehen.

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Albumrezension: Cat Power – Sun

Verdientermaßen ist das neue Album von Cat Power „Album der Woche“ bei detektor.fm geworden. Nicht nur weil ich „Sun“ rezensieren durfte, sondern weil es einfach ein verdammt gutes Album ist, das zwar musikalisch wenig an das frühe Schaffen Chan Marshalls erinnert, aber genau deswegen so gut in ihre Diskografie passt, weil sie sich ihren Gefühlen treu bleibt, aber nicht vor musikalischen Veränderungen zurückscheut.

detektor.fm-Albumrezension: Cat Power –  Sun
(Klicken, hören, weinen, lachen, tanzen)

Passend zu meinem bevorstehenden Urlaub in Austin: Die Texaner von Trail of Dead haben diese Woche ein Lied ihres im Oktober erscheinenden Albums „Lost Songs“ veröffentlicht. „Up To Infinity“ ist ziemlich auf die Punk-Wurzeln der Band reduziert – man sollte sich also von den episch-ausschweifenden Klangspektren der letzten Alben verabschieden und sich stattdessen auf den perfekten Soundtrack zum Hotelzimmer Verwüsten freuen.

Serienliebe: 2 Broke Girls

Everybody is broke in their twenties. And everybody hides from stuff. You run into freezers. I practice ignorance and block-out drinking.

Ich bin zwar nicht mal ansatzweise so schlagfertig wie Max (gespielt von Kat Dennings), hab mit ihr aber die eine oder andere Neigung zur Cholerik, Misanthropie und Realitätsflucht verschiedener Ausprägung gemein. Aber nicht nur deswegen macht es unglaublich viel Spaß „2 Broke Girls“ zu schauen. Die Serie lohnt auch wegen ihres schwarzen Humors, der beißenden Ehrlichkeit und den ziemlich sympathischen Charakteren, was an Tagen wie gestern darin endet, dass man anstatt eine Folge zu sehen, wie man es sich für den Abend vorgenommen hat, plötzlich mit der Mitbewohnerin zwei Flaschen Wein getrunken und fünf Folgen nacheinander geschaut hat, um danach noch lachend ins Bett zu stolpern. Anschauen!

The Operation

Die Liebe auf Dauer zu stellen, ist schwierig. Aber eine Liebe, die lange gedauert hat, zu beenden, kann noch schwieriger sein. Denn dort, wo sie länger geblüht hat als einen Frühling, ist sie vor allem eines: Zeit, Lebenszeit. Nach der Trennung müssen sich die Partner der Frage stellen, wie sie sich zu dieser Zeit, damit sie im Rückblick nicht zu einer vergeudeten wird, verhalten wollen. Wenn sie ihre Liebe als ein einziges Missverständnis verwerfen, erklären sie einen Teil ihrer Biografie für nichtig. Umgekehrt aber bleibt es auch eine paradoxe Aufgabe: Denn wenn sie dieser Zeit, wie es das erfüllte Leben verdient, gerecht bleiben wollen, ist es mit der Wirksamkeit der Trennung vorbei. Wenn man nicht bereit ist, die Vergangenheit durchzustreichen, entkommt man ihren Fängen nicht.

Ijoma Mangold auf zeit.de über Alan Pauls „Die Vergangenheit“, ein übrigens durch und durch schmerzendes Buch.

Weekender (26)

When the night falls oh so low, we may lose control.

Eigentlich das komplette „In Evening Air“ von Future Islands in Dauerrotation aus aktuellem Anlass, nämlich dem Konzert im Schokoladen am Freitag, das einmal mehr bestätigt hat, was für eine großartige Live-Band Future Islands sind, was nicht zuletzt an dem sympathischen Sänger Samuel T. Herring liegt, der mit seinen Auftritten die Liebe und das Leid des Lebens schmerzhaft spürbar macht und keinen Zweifel daran lässt, wie sehr er seine Musik lebt und liebt.

Augen zu und durch

Waren wir Helden oder bekloppt oder beides oder noch schlimmer, sind wir’s noch immer?
(„Trrrmmer“, Die Sterne)

Seit längerem nur in Zitaten und Musik denkend, um der allgemeinen – auch eigenen – Beklopptheit zu entkommen. Manchmal ist das Ganze dann doch recht schwer zu ertragen. Heldentum würde ich mir nicht bescheinigen, wobei es doch recht erstaundlich ist, wie ein Mensch mit so viel fast schmerzhaft mutigem Optimismus und gleichzeitiger Beklopptheit – sprich mit verschlossenen Augen erst handelnd und dann denkend – durch die Welt rennen kann, Beulen und Wunden am Körper durch die vielen Mauern, die sich plötzlich in den Weg stellen bzw. schon längst da waren, nur in der eigenen Wahrnehmung extra für einen errichtet wurden. Muss man halt irgendwann die Augen aufmachen und drüber klettern; nützt ja nichts. Am Ende macht man sich nur selber kaputt. Und lieber über alle Mauern stolpern und von ihnen fallen, als immer nur dagegen rennen, anders kommt man ja auch nicht weiter.