Albumrezension: Black Rebel Motorcycle Club – Specter At The Feast

Am 21. März erschien das neue, großartige Album von Black Rebel Motorcycle Club „Specter At The Feast“. Nach längere detektor-Abstinenz durfte ich das Album für meinen Lieblingsradiosender rezensieren. Die Kritik könnt ihr bei detektor.fm nachhören oder hier lesen.

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Man muss es einer Band hoch anrechnen, nach einem herben Schicksalsschlag wie dem Tod eines Angehörigen überhaupt weiterhin Musik zu machen. Aber wahrscheinlich ist die Ablenkung mit der eigenen Passion die beste Medizin. So wird das siebte Album von Black Rebel Motorcycle Club, „Specter At The Feast“, dann auch eher von bedächtigen, ruhigen Liedern, als von dem gewohnt derben Rock-Sound der früheren Alben getragen.

Mit „Specter At The Feast“ versuchen B.R.M.C. nicht den Tod zu verdrängen, sondern diesen schmerzhaften und schweren Schicksalsschlag zu verarbeiten, wie Been erzählt.

Für uns hat diese Platte die Aufgabe, uns aus diesem unglaublich traurigen Zustand herauszuholen und Licht zurück in die Dunkelheit zu bringen. Deshalb möchte ich, dass man das Album in dieser Hinsicht eher als eine Widmung versteht.

Auch der Albumtitel bezieht sich auf dieses Ereignis und zieht sich als Thema durch einige der Songs. „Specter At The Feast“ ist eine Redensart aus dem Englischen. Es steht für einen Gast, der Dunkelheit und Traurigkeit über ein eigentlich erfreuliches Zusammenkommen bringt. Der Ursprung wiederum liegt in William Shakespeares Theaterstück „Macbeth“. In dem erscheint der getötete Bancquo Macbeth als Geist auf einer Feier. So singt Been zum Beispiel in „Some Kind of Ghost“, dass er sich nicht wie ein Geist fühlen möchte. In anderen Liedern wie „Sometimes The Light“ klingt Beens hoffnungslose Stimme wie in einer Abschiedspredigt.

Noch mehr als auf den anderen Alben finden sich auf „Specter At The Feast“ Balladen und ruhige Momente. Die Band sei ganz bewusst nicht vor großen Emotionen zurückgeschreckt.

Wenn ein Stück sich anhören soll, als ob eine Lichterflut durch deinen Körper strömt und sich der Himmel für einen Moment öffnet, dann versucht man dieses Gefühl in einen angemessenen Sound zu kleiden. Andere Stücke sind hingegen sehr geerdet und simpel. Und auch dafür muss man die richtige Produktion finden. Bei diesem Album sind alle Songs durch eine sehr starke Emotionalität miteinander verbunden und wir haben deshalb versucht, uns nicht davor zu drücken, sie größer und symphonischer klingen zu lassen, ohne gleich ein Streicher-Ensemble zu bemühen. Die Herausforderung war, diesen opulenten Sound mit den Möglichkeiten einer dreiköpfigen Band hinzubekommen.

Das ist ihnen besonders auf „Returning“ gelungen, die schönste Ballade, die B.R.M.C. je geschrieben haben. Aber nicht alle Lieder auf dem Album werden von einer opulenten Trauer getragen. Gerade in der Mitte des Albums holen B.R.M.C. mit Liedern wie „Hate The Taste“, „Rival“ und „Funny Games“ ihre alten, dreckigen Lederjacken hervor.

In den lauten Momenten unterstützt ein reduziertes Schlagzeug die Gitarrenriffs und den knurrenden Bass perfekt. Doch die Stärken von Black Rebel Motorcycle Club liegen mittlerweile in den ruhigen Songs, die elegisch bis hymnisch vor sich her wabern. So ist „Specter At The Feast“ ein Album, das zwar Fans nicht enttäuscht, aber besonders durch die musikalische Weiterentwicklung überzeugt.

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