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Die „Werbung“ von American Apparel

Ich frag mich, was sich die Mädchen denken, die für die amerikanische Hipster-Marke American Apparel Werbung machen „dürfen“. Womöglich sind sie irgendwann in ihrer Hype-dominierten Sozialisation dem Irrglauben zum Opfer gefallen, dass Klamotten von AA zu tragen ein Statussymbol darstellt. Ich habe keine Zweifel, dass das in vielen hippen Stadtvierteln verschiedener Großstädte so ist (Berlin Mitte konnte man vor drei Jahren ohne V-Ausschnitte und Lackleggings nicht mehr betreten), nur leider ist es traurig. Jedenfalls muss Werbung für AA zu machen, in manchen Kreisen dermaßen Ansehensfördernd sein, dass sich dafür auszuziehen das Mindeste ist.

Ich habe mich gefragt, für was das Mädchen in dieser Werbung eigentlich wirbt. Das Zaunangebot eines Baumarktes wäre nicht abwegig, oder vielleicht ein Blumengeschäft. American Apparel kündigte auf seiner Seite an: „Alyssa in lace“. Alyssa trägt auch tatsächlich Unterwäsche, jedoch ist davon nicht unbedingt viel zu sehen. Was zu sehen ist, ist ein nacktes Mädchen, dass sich in sexuell offensiven Posen auf einem Lattenzaun räkelt. Ich bin nicht prüde oder habe etwas gegen hübsche Frauen in Werbungen, nur hat diese Werbung rein gar nichts mit der Unterwäsche tun. Ich würde auch nichts sagen, würde sich softpornographische Werbung bei American Apparel nicht zum Standard entwickeln.

Bei American Apparel geht es nicht um den Verkauf von Klamotten, sondern den Verkauf von Mädchen. Für mich hat das nichts mit Kunst oder was auch immer dahinter steckt zu tun, besonders nicht, wenn man nicht mal die beworbene Ware sieht. Dass man beispielweise bei den durchsichtigen Klamotten alles sieht, ist mir schon klar und sicher auch nochmal ein anderes Thema bezüglich Fashionstatement, Unternehmensgeist und Kundschaft, aber warum muss man dann ein Mädchen mit gespreizten Beinen fotografieren? Das ist weit entfernt von seriös und nah dran an Pornografie. Auf die Mode achtet dabei doch keiner mehr.

 Warum genau ist das Mädchen nackt? 

Ich hab nichts gegen die Mode von American Apparel und selber auch ein paar Teile in meinem Schrank zu liegen, was nichts mit Dazugehörigkeit zu tun hat, sondern mit dem Eingeständnis, dass AA trotz allem auch schicke Sachen herstellt. Nur leider fördert der Verkauf und der Hype um die Marke anscheinend solche Werbung. Sicher, die Mädchen können machen, was sie wollen, es ist ihre Entscheidung, ob und für wen sie sich ausziehen. Problematisch finde ich allerdings das Bild, das vermittelt wird: die Frau als Sexobjekt, die aussieht, als würde sie Werbung für eine Pornomesse machen. Und die Bestätigung: Sex sells. Es ist traurig. Davon abgesehen hat AA als weltweit erfolgreiche Marke diese Werbung nicht nötig, weil sie eben nicht durch Sex erfolgreich geworden sind, sondern durch geschicktes Marketing und dem Setzen von Mode-Trends.

Und wer diese Werbung schön oder angemessen findet, der möge bitte in eine Helmut-Newton-Ausstellung gehen. Dort kann man ästhetische Bilder nackter Frauen sehen, die nichts mit Pornographie, Hypeförderung oder Absatzsteigerung zu tun haben.

The Naked and Famous Studiokonzert bei KCRW

KCRW, der Radiosender, den jeder regelmäßig hören sollte (ich schließe den Appell an mich mit ein), hatte schon vor einiger Zeit die neuseeländische Band The Naked and Famous für ein Studiokonzert zu Besuch. Das hatte ich mir auch schon vor einiger Zeit angeguckt, dachte mir aber erst jetzt, dass man das ja mal teilen könnte. Die Single „Young Blood“ hatte ich damals auf Viva (!) entdeckt und nach einigen Hypescheiße-Diskussionen mit Freunden, mehrmaligen Höres des Albums „Passive Me, Agressive You“ und diesem feinen Studiokonzert steht fest: Hype gerechtfertigt. Großartige Band.

(Weil sich der Player gerade nicht einbetten lässt, an dieser Stelle nur die „Young Blood“-Performance. Den Rest solltet ihr euch auf jeden Fall hier anschauen)

all my heroes are weirdos

Auch wenn mich alle Produkte von Apple so eher gar nicht interessieren und der mir unverständliche Hype bei jedem neuen Produkt direkt am Arsch vorbei geht, finde ich die Werbung für das neue App des „The New Yorker“ großartig. Nicht zuletzt natürlich wegen Jason Schwartzman, dem ich sofort abnehme, dass er sein iPad mit lackierten Fingernägeln unter die Dusche nimmt. Zwar würde ich mir jetzt immer noch kein iPad oder iPhone kaufen, aber so ein Elefanten-„Klingelton“…

Leider irgendwie nicht einbettbar, deswegen hier lang.

Weapon of Choice (2)

2. Teil des extrem langsamen Todes Jack Cucchhiaio (Teil 1 gibt’s hier). Nicht so lustig und schweißtreibend, wie der erste Teil, wie ich finde, und im Gegensatz auch ziemlich kurz. Die Stille vor dem Showdown hat mir dann aber doch ein wenig zugesetzt.

Mein Vorschlag für Jack: Suppenkelle.

Weapon of Choice

Vergesst „The Shining“, „American Psycho“, „Sieben“, „Texas Chainsaw Massacre“, „My Bloody Valentine“, „Saw“, „House of Wax“ und wie die Filme nicht alle heißen, die mit besonders einfallsreichen Folter- und Mordmethoden ihre Protagonisten blutreich dahinmetzeln. Denn den qualvollsten, langsamsten und den eigenen Suizid herbeiwünschenden Tod stirbt man nur durch ein Werkzeug: den Löffel.

The Horribly Slow Murderer with the Extremely Inefficient Weapon: